Zur Zweiheit (Dualität, Antinomie) kommt ein dritter Hintergrund dazu. Dieser stammt aus den Reihen des orthodoxen Kabbalismus und fußt daher auf der Kabbala. Wesentlich darin ist die Messiaserwartung: Es ist da im Gegensatz zum exoterischen Judentum, das einen Messias der Endzeit erwartet, von zwei Messiassen die Rede:

 - Messias Ben David

 - Messias Ben Josef

 Die Prophezeiungen des Messias Ben Josef müssen erfüllt sein, damit der endgültige Erlöser, Messias Ben David erscheinen kann. Das Verheerende ist nun, dass es viele kabbalistische Sekten gibt, die sich verantwort­lich dafür fühlen, dass diese Prophezeiungen sich politisch in der Welt umsetzen. Vor 1492 – 94, das ist vor der Vertreibung der Juden aus Spanien, war die Kabbala ein Buch zur inneren, persönlichen, meditativen Entwicklung. Mit dieser Vertreibung wurden die Prophezeiungen mit einem öffentlichen Wirken verbunden, das durch die Möglichkeit der Kreditvergabe, welche anderen Kreisen durch die Religion verboten war, bis in die höchsten Kreise der Aristokratie Einfluss erlangte.

 So ergaben sich durch sog. Krypto-Kabbalisten (Marraner genannt) auch Verbindungen zum Vatikan, zur Auf­fassung der Messiaserwartung des Katholizismus. Die Gründung des Jesuitenordens durch Ignatius von Loyola (15. August 1534) soll unter durchaus ehrenwerten Motiven bzgl. der Aufgaben des Christentums gegenüber den Armen vollzogen worden sein. Ignatius von Loyola wollte das Amt des Jesuitengenerals vorerst gar nicht übernehmen. Er sah in Jakob/Diego Lainez, einem Krypto-Kabbalisten, die geeignetere Persön­lichkeit dazu. Dieser wurde dann auch am 2. Juli 1558 zum zweiten General des Ordens. Er wurde zur Ver­bindungsstelle zur damaligen Hochfinanz, vor allem der reichsten Kaufleute Venedigs. Mit ihm wurden die Jesuitengeneräle zu den einflussreichen schwarzen Päpsten, die im Hintergrund wirkten und über die so­genannten weißen Päpste als Repräsentanten gegen außen wirkten.[1] Auch mit dem Hause Fugger pflegten Sie beste Kontakte, dies vor allem über den Einfluss der Frauen des Hauses Fugger auf ihre Männer.[2]

 

Mit Papst Franziskus tritt 2013 zum ersten Mal ein ‚weißer‘ Papst an, der dem Jesuiten-Orden angehört. Dies gibt das Organ der Jesuiten Deutschlands bekannt.[3]

Damit ist der Zusammenhang zwischen Jesuitentum, Freimaurerei und orthodoxen Kabbalisten, heutiger Zionismus – im Gegensatz zum gewöhnlichen Juden­tum (grundlegend wichtige Unterscheidung!) aufgezeigt.

Das Magazin der Jesuiten in den USA ‚America‘ be­richtet mit Zustimmung der Ordensleitung, dass der Jesuitengeneral, Pater Nicolás, zu diesem Zeitpunkt im Einverständnis mit Papst Franziskus seinen Rücktritt anbieten wird. Ni­colás war zu dieser Zeit 78 Jahre alt.

Der Generalobere der Gesellschaft Jesu – so der offi­zielle Name des Ordens – wird auf Lebenszeit ge­wählt, die Ordensregeln erlauben aber ein Verfahren für den Fall, dass ein Rücktritt angeboten wird. Nicolás wäre nach seinem Vorgänger Hans-Peter Kol­venbach erst der zweite Generalobere, dessen Rück­tritt vom Orden angenommen würde.

 

Die Wirkung der Geheimgesellschaften geht vom Vatikan (Jesuiten), bzw. vom Geheimvatikan (Verbindung Jesuiten, Freimaurer, Kabbala-Zionisten) [4] aus und wirkt heute mit dem Schwerpunkt im Anglo-Amerikanismus.

 

 Sehen Sie, hier liegt ein bedeutsames Problem vor. Sie können wirklich, wenn Sie bekannt werden mit den alleresoterischsten Lehren der Geheimgesellschaf­ten der anglo-amerikanischen Bevölkerung, inhaltlich kaum etwas anderes finden als Hegelsche Philosophie. Aber es ist ein Unterschied, der liegt gar nicht im In­halte, der liegt in der Behandlung. Der liegt darinnen, dass Hegel die Sache als etwas ganz Offenbares betrachtet, und die Geheimgesellschaften des Westens sorgsam darüber wachen, dass dasjenige, was Hegel vor die Welt hingestellt hat, ja nicht allgemein bekannt werde, dass das eine esoterische Geheimlehre bleibe.“[5]

 

Hegel betrachtet die Welt als Geist, dieser aber stellt sich unpersönlich dar – so wird er der Vertreter des reinen, kosmischen Gedankens – des unpersönlichen Erscheinens des Weltengeistes.

Seine Gedanken werden im Westen aufgenommen und das Geistige wird in die Materie hinuntergezogen – gemäß Marx von Kopf auf die Füße gestellt – und durch Marx, der ein Junghe­gelianer ist, auf rein materialistische Weise populär verbreitet. Steht bei Hegel der Weltengeist im Zent­rum, ist es bei Marx die Materie. Die Geheimgesell­schaften tendieren nun dazu, nicht die kosmische Dimension des Hegelschen Denkens verständlich zu machen, sondern sie ziehen dieses Denken ins irdisch politische Machstreben.

 



[1] K. Bayer, Lösung des Rätsels der jesuitischen Sphinx. Archiv-Verlag.

[2] Martha Schad, Die Frauen des Hauses Fugger von der Lilie, Verlag J.C.B. Mohr, Tübingen, 1989. S. 64 ff.

[4] Eggert. Wolfgang. Israels Geheimvatikan. Chronos Medien Vertrieb. München 2004.

[5] Steiner, Rudolf. GA 202. S. 60.